Demenz als mögliche diabetische Folgeerkrankung

Diabetes ist nicht nur wegen kurzfristiger Unter- und mittelfristiger Überzuckerungen eine ernstzunehmende Krankheit. Auch mögliche langfristige Folgekrankheiten wie Augen-, Nieren- oder Nervenschäden können zu einem echten Problem werden. Selbst eine frühzeitige Demenz droht Diabetikern bei schlechtem Management ihrer Krankheit.

Demenz kann aus dem Lateinischen mit „Weg vom Geist“ übersetzt werden, was die Symptome recht gut auf den Punkt bringt. Menschen, die an Demenz leiden, haben initial Störungen des Kurzzeitgedächtnis. Sie können sich einfache Dinge plötzlich nicht mehr so gut merken, was das eigenständige Leben im Alltag Stück für Stück schwieriger macht. Besonders prekär wird es aber, wenn auch das Langzeitgedächtnis in Mitleidenschaft gezogen wird und man sogar lang erprobte Fähigkeiten nach und nach verliert. In den meisten Fällen ist das Absterben von Nervenzellen im Gehirn die Ursache und damit liegt die Verbindung zu diabetischen Folgeschäden auf der Hand.

Eine Studie stellte fest, dass Menschen mit Diabetes dann ein erhöhtes Risiko für Demenz-Erkrankungen haben, wenn sie Diabetes bedingt im Krankenhaus waren. Interessant dabei: Es betrifft sowohl Unter- als auch Überzuckerung. Das Gehirn braucht Glukose als Energielieferanten. Durch starke Unterzuckerungen sind die Nervenzellen im Gehirn unterversorgt und können entsprechend absterben. Das Risiko an Demenz zu erkranken steigt hier um 66% gegenüber Typ-1-Diabetikern ohne diese Vorfälle. Weniger naheliegend ist der Zusammenhang bei Überzuckerungen. Der Körper versucht durch häufiges Harnlassen den überschüssigen Zucker aus dem Blutkreislauf zu bekommen. Dadurch kann der Körper dehydrieren. Das Blut entzieht im Zweifel auch den Hirnzellen ihre Flüssigkeit, was dann im Extremfall zu einem diabetischen Koma führen kann. Menschen, die deshalb ins Krankenhaus mussten, haben ein doppelt so hohes Risiko für Demenz. Hatten Patienten der Studie sowohl starke Unter- als auch Überzuckerungen war das Risiko schon 6-fach höher.

Ich war u.a. Dank des Drucks meiner Frau frühzeitig beim Arzt, so dass ich nicht komatös ins Krankenhaus musste. Auch andere Folgeschäden wurden bislang weder an Nieren, Füßen oder den Augen festgestellt. Ich hoffe daher, dass meine Wahrscheinlichkeit für eine frühzeitige Demenz-Erkrankung noch nicht spürbar gestiegen ist. Gedächtnisschwächen würden nicht nur den normalen Alltag, sondern vor allem das eigenständige Diabetesmanagement mehr als erschweren. Wenn man sich nicht mehr erinnern kann, ob man das Insulin bereits gespritzt hat oder nicht, kann das mitunter lebensbedrohliche Konsequenzen haben.

Quellen:

Photo by Robina Weermeijer on Unsplash

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