Impfung gegen Diabetes Typ-1 soll Krankheitsverlauf stoppen

Im Moment spricht die ganze Welt über Impfungen. Es scheint unzählige Self-made-Experten zu geben, die glauben, bewerten zu können, ob die mRNA-Impfstoffe von BioNTech oder Moderna besser wirken als das klassische Vakzin von AstraZeneca. Dem möchte ich in nichts nachstehen und schreibe ebenfalls mit gefährlichem Halbwissen über eine Impfung, allerdings über eine gegen Typ-1-Diabetes.

Wer in den Impf-Diskussionen aufgepasst hat, weiß, dass die bekannten Impfungen das Immunsystem mit abgeschwächten Viren oder unschädlichen Teilen davon trainieren. Das Immunsystem soll fit gemacht werden und erste passende Antikörper im Köcher haben, wenn das echte Virus unerwartet in den Körper gelangt. Bei Autoimmunerkrankungen wie Diabetes Typ-1 ist das Immunsystem allerdings bereits so in Fahrt, dass es sogar die eigenen Körperzellen angreift. Es muss also nicht mehr aktiviert, sondern eher gebremst oder umprogrammiert werden. Genau das haben Forscher aus Los Angeles jetzt in einer ersten Studie getestet.

Nicht umsonst wird dieses Verfahren auch als „inverser Impfstoff“ bezeichnet. Es läuft eben etwas anders ab als andere Impfungen. Die Patienten bekommen nichts gespritzt, sondern zunächst Blut abgenommen, um bestimmte weiße Blutkörperchen zu gewinnen. Diese können in Immunzellen umgewandelt werden, die dann andere z.B. T-Zellen umtrainieren können. Sie sollen sie dazu bringen, die Insulin produzierenden Betazellen in Ruhe zu lassen. Dazu werden sie sechs Tage in Vitamin D3 eingelegt. Der Zusammenhang zwischen Diabetes und Vitamin D wurde auch schon an anderer Stelle nachgewiesen. Die entzündungshemmende Wirkung von Vitamin D beugt auch schon dem Ausbruch von Diabetes vor, so dass bei vielen Diabetikern ein Vitamin D-Mangel festzustellen war. Die eingelegten Immunzellen kommen dann als Pflaster auf die Haut über der Bauchspeicheldrüse. Sie können so nach und nach eindringen und ihre Arbeit vollrichten.

Die erste Phase mit langjährigen Diabetikern war schon so erfolgsversprechend, dass jetzt in einer Folge-Phase Patienten getestet werden, die weniger als fünf Jahre Diabetes haben. Bei ihnen ist die Chance hoch, dass noch funktionierende, insulinproduzierende Betazellen vorhanden sind, die wieder in Ruhe ihrer Arbeit nachgehen könnten, wenn der eigene Körper sie nicht angreift.

Da ich noch als Diabetes-Neuling gelte und meine Diagnose weniger als ein Jahr zurückliegt, muss ich mir ernsthaft Gedanken machen, ob ich mich nicht für eine mögliche klinische Studie melden würde. So könnten noch möglichst viele Insulin-bildende Zellen gerettet werden.

Am besten lest ihr es aber nochmal aus erster Hand: https://www.biospace.com/article/developing-an-inverse-vaccine-for-type-1-diabetes/

Photo by Taisiia Stupak on Unsplash

Ein Kommentar zu „Impfung gegen Diabetes Typ-1 soll Krankheitsverlauf stoppen

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  1. Vitamin D ist für vieles gut, aber nicht für das Heilen oder Zurückdrängen von Diabetes. Dazu reicht mir eine Untersuchung nicht aus. Wenn davon unabhängige Untersuchungen dies bestätigen, dann ja. Aber bisher ist mir nichts bekannt und belegt.

    Vitamin D wird auf YouTube auch für das Vermeiden von Alzheimer und anderen schlimmen Krankheiten genannt. Da wird aus meiner Sicht die Grenze zur Scharlatanerie überschritten. Es werden Hoffnungen geweckt, die nicht gehalten werden können und womöglich andere Behandlungsmethoden verdrängt mit fatalen folgen für den Kranken.

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