Die Diagnose Diabetes

Seit März 2020 überschattet uns der Corona-Virus. Restaurants schließen, Vereinssport kann nicht mehr stattfinden und der Weg zur Arbeit beschränkt sich auf wenige Schritte ins Arbeitszimmer. Da ist das Risiko der Gewichtszunahme allgegenwärtig, aber ich scheine immun dagegen zu sein. Mit jedem Tag verliere ich an Gewicht. Ist es der Muskelabbau? War es die Fastenzeit und der Verzicht auf Alkohol? Sicher könnten das Gründe für das ein oder andere Gramm sein, aber nicht für 8 kg.

Als ich von ca. 87 kg unter die mir gesetzte Grenze von 80 kg fiel, suchte ich den Hausarzt auf. EKG war super, Blutdruck super und auch der Ultraschall wies keine Auffälligkeiten auf. Ich fühlte mich auch nicht besonders schlecht. Ich war zwar müde und eine leichte Erkältung wollte nicht verschwinden, aber ansonsten ok. Ein Bluttest sollte weitere Erkenntnisse bringen. Das Ergebnis ließ ein paar Tage auf sich warten und den Hausarzt aufhorchen. Der Blutzucker war auffällig hoch. Ein erneuter Test ergab einen Nüchternwert von knapp 250. Nach einem Brötchen und Werten von über 500 war klar, dass ich ins Krankenhaus musste. Das war mein erstes Mal und dann auch noch während das Corona-Virus wütete.

Im Krankenhaus war ich wohl gleich Gesprächsthema: Für Diabetes Typ 2 bin ich zu dünn und zu sportlich, für Diabetes Typ 1 mit 32 Jahren eigentlich fast zu alt. Gleich drei Frauen aus dem Diabetes-Team begrüßten mich und gestanden mir im Laufe meines Aufenthalts, dass sie Wetten laufen haben, welchen Typ und welche Ausprägung ich denn habe. Was vielleicht im ersten Moment etwas komisch klingt, mir kam der lockere und herzlich-ehrliche Umgang sehr entgegen. Schnell überwand ich den ersten kleinen Schock und richtete die volle Aufmerksamkeit der Wissensaneignung.

Informationsmaterial hatte ich durch das Diabetes-Team mehr als genug und Zeit auch, da ich mehr als eine Woche (inkl. langem Wochenende) im Krankenhaus mit Besuchsverbot verbringen durfte. Das Internet hilft natürlich auch den weiteren Wissensdurst zu stillen. Schnell wurde ich auf einen Podcast aufmerksam, der mir weiter Angst vor der Krankheit nahm: https://zuckerjunkies.com/podcasts/ (Danke dafür!)

So, ab jetzt habe ich Diabetes Typ 1. Wer die Wette gewonnen hat, weiß ich leider gar nicht so genau, aber ich weiß, dass ich damit fast normal leben kann. Ich weiß auch eine Ehefrau und Familie hinter mir, die das nicht als Belastung ansehen, sondern mit mir zusammen die Auswirkungen von Nahrung auf meine Werte fast schon mit Begeisterung erforschen.

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